Zeit – Carpe diem

„Ich habe keine Zeit“ – wie oft habe ich das gesagt oder gedacht. Keine Zeit für Sport, keine Zeit zum Lesen, keine Zeit für Theater und Kunst, keine Zeit für Freunde, kein Zeit für …

JETZT habe ich Zeit ! Keine Verpflichtungen, einfach in den Tag hinein leben …

Aber SO unfachmännisch. Ist das auch wieder nicht ! Ich ertappe mich bei dem Gedanken – ich habe keine Zeit …

Wie kann das sein ?

Die Tage sind jetzt im Winter sehr kurz geworden. Aktuell ist hier in Nevada/ Kalifornien um 16:30 Uhr Sonnenuntergang, um 17:00 Uhr ist es stockdunkel. Danach ist eigentlich nicht mehr viel zu machen . Im dunkeln fahren keine Option. Man muß also zeitig ankommen. Das bedeutet auch zeitig aufstehen bzw. in Gang kommen.

Das ist so ganz anders los im Mai/Juni in Alaska. Es war quasi nie dunkel – ein Zustand an den man sich gewöhnen kann ! Um 22.00 Uhr der ungläubige Blick auf die Uhr – ist es wirklich schon so spät ? Man mußte nie einen Gedanken an die Zeit verschwenden. Der Tag endete niemals.

Jetzt ist alles anders. Der Tag ist kurz, die Nacht lang . Tatsächlich bin ich oft um 20:00, spätestens 21:00 Uhr im Bett und schlafe sicher 8-10 Stunden. Morgens ist generell nicht meine Zeit. Also von wegen früh los um den Tag besser zu nutzen – kein Gedanke ! Selbst wenn ich um 6:30 wach bin. Erst mal langsam in Gang kommen. In Ruhe den ersten Kaffee trinken. Dann gibt es eine Menge zu tun: Bett machen, Wohnwagen aufräumen, ggf. Geschirr spülen, alles zusammen räumen und den Wohnwagen reisefertig machen. Das nimmt eine Menge Zeit in Anspruch wenn man alles alleine machen muss. Vor 10:00 -11:00 Uhr komme ich selten los. Da bleibt dann nicht mehr viel Tageslicht übrig. Ich kann mich nicht daran gewöhnen. Andererseits führt es dazu daß man einfach langsamer wird.

Langsam ist gut. Es gibt keinen Grund zur Eile. Leider war der erste Teil der Reise irgendwie zu schnell. Zu viele fixe Ziele und „Termine“, zu viele ungeplante „Zeit Verbraucher“ und schließlich auch noch gesundheitsbedingte Stop-over zu Hause.

Jetzt also langsam. Teilweise nur 100 km am Tag fahren oder auch nicht fahren. Eine gute Idee war – immer 2 Nächte an einem Ort, nicht nur eine Nacht.

Allerdings gibt es ein Ziel – Ushuaia. Die Zeit um das Ziel zu erreichen ist endlich – leider. Aber , der Weg ist das Ziel. Muß ich zwanghaft in Ushuaia ankommen ? Vielleicht nicht.

CARPE DIEM !

4 Kommentare zu „Zeit – Carpe diem“

  1. Lieber Karim, danke für deine tollen Infos, auch wenn es wiedermal schrecklich verrückt ist, was mit den Monumenten und ihren Nationa lparks geschehen soll. Hier hat man noch nichts gehört. Und viel Erfolg beim Erlernen der Langsamkeit, das grosse Thema unserer Generation, Achtsamkeit ist das Schlagwort, oder? Hab wieder Probleme mit dem Kommentareschreiben, der zweite Versuch jetzt. Ahoi und schönnen zweiten Advent!

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  2. Mein erster Kommentar war etwas kritischer, weil ich Naturliebhaberin bin, aber den konnte ich nicht senden! Zufall? Bestimmt 🙂 Aber diesen kann ich auch nicht versenden, habe jetzt mal ein Wort entfernt, mal testen..

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